Die Trennung des öffentlichen Projekts zur Neugestaltung des Bahnhofsplatzes vom Baueines privaten Parkhauses ist eine verantwortungsvolle und notwendige Entscheidung.Wenn dieses Parkhaus letztendlich nicht gebaut wird, liegt dies ausschliesslich an der Entscheidung der privaten Eigentümer, die auf dessen Realisierung verzichtet haben. Die Aufregung der bürgerlichen Rechten und der AFCAS zeigt einmal mehr, dass für sie dieInteressen der Freiburger Bevölkerung nach denen der Immobilienentwickler kommen, bis zu dem Punkt, dass sie bereit sind, den Immobilienentwicklern die Schlüssel zur Stadt zu übergeben.
Am 5. Januar 2026 berichtete La Liberté, dass die privaten Eigentümer ihr Projekt zum Baueines Parkhauses einseitig aufgeben und gleichzeitig versuchen, die Verantwortung dafür der Stadt zuzuschieben. Heute gibt die Tageszeitung die Stellungnahmen der rechten Allianz und der AFCAS wieder, die zum Sturm aufrufen.
Die SP Stadt Freiburg bedauert diese verschiedenen Stellungnahmen, die sich einerseits auf eine zumindest lückenhafte und irreführende Sachlage stützen und andererseits dazu beitragen, die Verantwortlichkeiten zu verwischen, zum Nachteil der öffentlichen Debatte und der Freiburger Bevölkerung.
Zur Erinnerung: Das Projekt zur Neugestaltung des Bahnhofsplatzes, einschliesslich der Sperrung der Avenue de la Gare für den motorisierten Individualverkehr, ist DAS Grossprojekt unter den verschiedenen Agglomerationsprogrammen (AP). Dieses Projekt wird einstimmig von den Gemeinden der Agglomeration1 , den 25 Partnergemeinden des AP52 , dem Kanton Freiburg sowie dem Bund unterstützt. Die SP Stadt Freiburg unterstützt voll und ganz die Entscheidung des Gemeinderats, die Zukunft eines Projekts von regionalem Interesse nicht von Entscheidungen privater Akteure abhängig zu machen.
Denn wenn man der Position der rechten Allianz und der AFCAS folgen würde, die den Bau des Parkhauses als zwingende Voraussetzung für die Umsetzung des Projekts zur Neugestaltung des Bahnhofsplatzes durchsetzen wollen, hätte die jüngste Entscheidung der Eigentümer, auf das Parkhaus zu verzichten, schlicht und einfach das Aus für das Projekt zur Neugestaltung des Bahnhofsplatzes bedeutet. Dies ist aber zum Glück nicht der Fall, und im Gegensatz zur rechten Allianz und zur AFCAS unterstützt die SP Stadt Freiburg dieses Projekt, damit Freiburg ein Eingangstor erhält, das seinem Status als Kantonshauptstadt gerecht wird, und zwar mit einer Aufwertung des gesamten baulichen Erbes und einer Antwort auf aktuelle und zukünftige Herausforderungen, insbesondere im Hinblick auf die Bekämpfung von Hitzeinseln.
Schliesslich erinnert die SP Stadt Freiburg daran, dass, wie der Gemeinderat in seiner Antwort auf die Frage Nr. 87 klargestellt hat, die Blockade des Baus des Verbindungsparkplatzes nicht auf Entscheidungen der Stadt zurückzuführen ist. Im Rahmen des DBP Gare-Sud hat die Stadt zweimal ihre Unterstützung für dieses Parkhaus bekräftigt. Es waren die Eigentümer, die sich gegen den Bau entschieden haben, bzw. private Dritte, die sich in den verschiedenen Verfahren (OP, BDP und Baugenehmigung) gegen dieses Parkhaus ausgesprochen haben. Sollte tatsächlich ein Kausalzusammenhang zwischen einem neuen Verbindungs-Parkhaus und dem Aufschwung der Wirtschaftstätigkeit in diesem Sektor bestehen, so wären es also die einseitige Entscheidung der Eigentümer und der Widerstand anderer Privatpersonen, die der Wirtschaft schaden würden, und keineswegs die Entscheidungen der Stadt, die alle getroffen wurden, um gerade den Bau des von Privatpersonen getragenen Verbindungs-Parkhauses zu ermöglichen.
Die Stellungnahme der rechten Parteien und der AFACS zeigt nur eines: Die Interessen der Freiburger Bevölkerung sind ihnen egal, und sie sind bereit, diese zu verraten, um die Schlüssel zur Stadt an Immobilienentwickler zu übergeben: Für die rechte Koalition und die AFACS sollte die Entscheidung über die Neugestaltung des Bahnhofsplatzes nicht beim Gemeinderat, beim Generalrat (für den Baukredit) und bei der Bevölkerung (im Falle eines Referendums) liegen, sondern bei den Eigentümern des Immobilienprojekts, zu dem auch das Parkhaus gehört. Im Gegensatz zu diesem Ansatz verteidigt die PSVF eine vom allgemeinen Interesse geleitete Politik für eine Stadt, die verbindet und nicht direkt oder indirekt von den Interessen der Immobilienentwickler regiert wird, sondern von verantwortungsbewussten gewählten Vertreterinnen und Vertretern, die sich für das Gemeinwohl und das öffentliche Interesse einsetzen.
¹ Avry, Belfaux, Corminboeuf, Düdingen, Freiburg, Givisiez, Granges-Paccot, Marly, Matran und Villars-sur-Glâne
² Avry, Belfaux, Corminboeuf, Cottens, Düdingen, Ferpicloz, Freiburg, Le Gibloux, Giffers, Givisiez, Granges-Paccot, Grolley, Hauterive, Marly, Matran, Le Mouret, Neyruz, Pierrafortscha, Prez, La Sonnaz, St-Ursen, Tafers, Tentlingen, Villarsel-sur-Marly und Villars-sur-Glâne